Sunday, 4 September 2011

Es war einmal...


Hallo und kon-nichi-wa liebe Leute,

dass in Japan ja alles ein bisschen anders ist, das hat der ein oder andere ja zumeist schon mal irgendwo gehört, gelesen oder wie bei Pastewka in Japan gesehen… und ja, es stimmt: Hier heißt die bekannte Rasurartikelmanufaktur Wilkinson einfach schlicht „Schick“, Pachinko-Hallen sind wirklich so laut, wie man es sich kaum vorstellen kann und an den Ampeln gibt es bei grünem Licht immer eine andere schöne Melodie aus den ampeleigenen Lautsprechern vorgespielt.

Die ersten Tage sind nun um, ich bin gut angekommen, Jetlag gabs auch kaum, dafür gleich volles Rahmenprogramm mit den hier im I-House (wie International-House) zuständigen Adviser’n. Das sind die freiwilligen armen Schweine von Studenten, die hier neben den ganzen Amis, Australiern, Engländern, Finnen etc. und nun zum ersten Mal auch Deutschen wohnen und all die Johnnys in die entsprechenden Bahnen lenken. Sind alle schwer in Ordnung, können auch einigermaßen Englisch, so dass das mit der Verständigung auch eigentlich immer hinhaut. Wie ich herausgefunden habe, wollen die eher am legeren Lebensstil orientierten japanischen Studenten wohl alle ins I-House, weil die Regeln hier… na sagen wir es mal so… etwas weniger hart gehandhabt werden. 24:00 zurück sein bedeutet demnach, dass es keinen interessiert, wann man zurück ist, sondern dass ab dann der Portier einfach seine Gardinen zumacht und fertig. Niceee! Ach ja, zum vollen Programm… das bestand - wie sollte es anders sein - aus allem was nicht-akademisch ist, also Ramen essen gehen (das sind die bekannten und hier allseits beliebten Schnell-Nudeln), Besuche der großen Shopping Center, die Verkostung von japanischem Bier natürlich und ausladenden Gesprächen über teils Themen, von denen einige hier besser nicht angesprochen werden sollten. Ach ja und nebenbei noch Karaoke, Baseball im Stadium schaun, ganz viel Strand und Baden sowie einigen Clubbesuchen… Alles top also!

Ich bin scheinbar einer der wenigen Ultra-Anfänger hier, die meisten können schon recht gut Japanisch, aber hey… ich bin hier wegen Japan, nicht wegen dem Japanisch! Aktuell sind wir 7 Leute im Kurs Japanese Beginner (von uns liebevoll Japanese Loosers genannt) und einige haben schon mal den Finger auf dem japanischen Puls gehabt, können also zumindest schon Hiragana lesen. So z.B. auch Virginie, ein nettes Mäddel aus Frankreich, deren Name aber keiner so richtig korrekt aussprechen kann, weshalb wir sie in Vicki umgetauft haben. Pat aus Kanada, Tex aus Texas (war ja klar) und Daniel, der Bilderbuch-Ami, sind alle genauso komplette Nullen in Japanisch wie ich. Außerdem wurde uns gesagt, dass die Professorin für Japanese Beginner Jo-san eh die koolste sein soll. Alles richtig gemacht, sag ich mir da! Jetzt können wir uns aber zumindest schon mal vorstellen und sagen wo wir herkommen, haken tut es -wie sollte es anders sein- noch beim Fragen nach dem Klo oder dem Bestellen von einer neuen Runde. Auch wenn ich diese äußerst essentiellen Dinge persönlich weiter nach vorne im Unterrichts-schedule gepackt hätte, wird es langsam…

Das mit dem kool sein der Lehrerin hat sich übrigens dann nach der ersten Woche schnell verflüchtigt, denn die Gute peitscht uns arme Seelen durch das Genki I Lehrbuch, dass man glaubt, man würde ab sofort sein Leben nach den Japanisch Stunden ausrichten müssen. Und genau so macht man es dann auch. Die letzten Tage haben daher selten vor 2 Uhr geendet und das nicht, weil wir mal wieder bei Taifunwarnungen am Strand oder bis in die Puppen Karaoke singen waren. Aber alles pegelt sich irgendwie ein, die gesamte Welt strebt schließlich immer nach dem Gleichgewicht… oder der maximalen Entropie… jetzt muss ich herausfinden, wonach meine die nächste Zeit streben wird!

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