Friday, 23 September 2011

Gelegentliche Gedanken über [bitte einsetzen] im engeren Sinne

Hab ich eigentlich schon von Kyoto erzählt, und von Tokio? Nein? Na dann.... bei einem handelt es sich lediglich um den Plan, beim anderen um die vielfältigen gesammelten Eindrücke und Erfahrungen. Zu dem, was sich schneller erzählen lässt: Wir gehen am 07. Oktober 2011 nach good old Tokio und bleiben da bis zum 11., was damit nach Adam Riese und Eva Zwerg (bei der ich immer noch bezweifle, dass es sie je gegeben hat) genau 4 Nächte und 4 Tage sind, da wir am Freitag noch にほんご (sprich Nihongo... also Japanisch) machen müssen und daher den Flug irgendwann gegen 18 Uhr nehmen. Scheiße, bin ich schon aufgeregt, das wir der Wahnsinn! Ist wie damals, als man klein war und sich auf den viel zu seltenen (aber daher wahrscheinlich auch immer so aufregenden) Besuch im Vergnügungspark gefreut hat... Ich für mich persönlich, freue mich übrigens noch heute auf solcherlei Besuche! Ach ja... 'wir' heißt in dem Fall, dass ganz genau Erik und ich fliegen, denn alle anderen haben sich entweder aus Geldmangel abgemeldet (das sind die, um die es schade ist, denn wir hatten die Aspiranten sorgsam ausgewählt), dann die, die sich aber irgendwie nicht so recht entscheiden konnten, weil es da ja noch so anderes schönes geben könnte (ich mag es übrigens ganz und gar nicht, nur eine Option zu sein!) und natürlich die, die was vermeintlich wichtigeres vor haben. Ich könnte mir jetzt natürlich den Vorwurf der Hochnässigkeit ankreiden lassen, weil ich mit dem Gesagten impliziere, dass es vermeintlich wichtigeres als Tokio ja scheinbar gar nicht geben könnte. Ja und im Prinzip isses ja auch so und ich werde auch diesen Vorwurf, so er denn mal aufkommt, überleben. Müssen Erik und ich weniger abstimmen, was wir machen und müssen unser Interesse nur durch zwei teilen.

Apropos teilen: ich teile nicht gern, nichts und niemanden... neeee stimmt ja voll gar nicht, es gibt nur weniges was ich nicht gern teile und das weiß denke ich auch jeder, der mich näher kennt. Gesellschaft von Menschen, die ehrlich, interessant, aufrecht, straight und ohne große Umwege sind, dabei aber trotzdem noch Faszination ausüben können, teile ich besonders gern. Und das kann man hier eigentlich recht gut! Nicht immer trifft man dabei wirklich die Menschen, die den ersten Bewertungen nach diesen Kriterien lange standhalten, von manchen aber wiederum hatte man es vorher gar nicht erwartet. Und so wandelt sich also mein gesamtes Menschenumfeld ein wenig im Moment, dafür aber beständig. Ich beschreibe es gerne mit einer Welle, es geht bergauf und bergab und bergauf, aber immer gerade aus. Und wenn man Surfer ist und das richtige Brett hat, dann bleibt man ja eh immer oben auf der Welle. Aber ich bin ja eh mehr so der Wakeboarder. Anyway, der Wandel der Menschen um mich herum mit anzusehen, ist ungemein spannend und so sehr viel mehr lehrreich, als es einem je ein Psychologie-, Soziologie- oder whatever Lehrbuch sein könnte. Hier werden Personen unterschiedlichster Alters- und Sozialstruktur aus aller Herren Länder mit ihrer jeweils eigenen kulturellen Vorstellung vom Leben aufeinander losgelassen. Manch einem mag das gar nicht so besonders vorkommen, weil er es meint, von zuhause zu kennen oder der andere mag das eigentlich überhaupt so gar nicht spannend finden... ich finde es ungeheuerlich interessant. Und auch das banale, teils doch frustrierend anmutende Verhältnis von Mann und Frau, die manchmal sogar einfacher Weise beide aus vertrauten Gefilden kommen, kann man hier interkulturellen (Stör-)Einflüssen unterliegend beobachten.

Aber zurück zu Kyoto: Die Fotos können hier eingesehen werden, falls sie jemand bei Facebook noch nicht gesehen hat oder gar nicht erst den Kreislauf der sozialen Netzwerke mitmacht. Was gibt es zu Kyoto zu sagen? Schöne, alte Stadt mit vielen schönen Verbindungselementen aus alter traditionsreicher Zeit und neuen, modernen Ideen. Jedoch keine Stadt, die mich sofort gefesselt hat... dafür wird alles für Touristen und höchstwahrscheinlich auch besonders für uns がいこくじん (Gaikokujin, quasi uns Ausländern) doch etwas zu sehr hergerichtet. Macht dadurch kaum weniger Spaß, sich alles anzusehen, aber doch fehlt einem irgendwie der tiefere Blick, der Blick hinter den Vorhang, das Aussehen des Tierparks abseits der Wege, der Gesang einer Robyn auf dem Weg nach Hause, wenn der letzte Zuhörer den Club verlassen hat... na ich denke, man kann in etwa sehen, worauf ich hinaus will. Aber ich denke so ein bisschen auf Touri machen, das ist Jedem mal erlaubt und schick isset ja wirklich mitten in der Stadt einfach mal durch eine unheimlich friedlich anmutende buddhistische Tempelanlage zu laufen und kurz mal in sich zu gehen, um darüber zu sinieren, wie irre kool es doch wäre, jetzt hier Mönch zu sein und einfach mal nach den einfachsten Grundregeln des Lebens dahin zu existieren... dann steigt man mit ner Cola in der Hand aber doch lieber wieder in seinen klimatisierten Bus und wird zum nächsten sorgsam vorbereiteten und unheimlich leckeren Hotelabendessen kutschiert. Aber ne tolle Vorstellung war es für kurz...

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