Thursday, 3 November 2011

Beppu is the way to go

Wir fahren nach Beppu! Samstag Abend, Sonntag, Montag! Wir in dem Fall also wieder mal nur Erik und Ich... langsam zweifle ich an der Entscheidungskraft der anderen hier. 
Anyway... Beppu, die Stadt der Onsen (japanische öffentliche Bäder, gespeist durch natürliches heißes Quellwasser), der Vulkane und auch sonst vielem, was irgendwie in gasförmiger oder flüssiger Form dem Boden entweicht. Deshalb liegt die Stadt auch die meiste Zeit in Dampf gehüllt und durch die Straßen zieht fortweg ein nicht immer sehr angenehmes Odeur bestimmter, im Wasser vermischt für den Körper von außen zwar sehr gesunder, aber eben übelriechender Schwefelverbindungen. Beppu besitzt von 11 auf der Erde vorhanden Arten von natürlichen Quellen genau 10 davon und insgesamt viele viele tausend Quellen. Einige sind blutrot, andere kobaltblau, andere schlammig weiß... alles dabei bis zu rot-braun-pink-lavendel.

Dazu ein paar Bilder als Vorgeschmack... 




Kannawaen, Beppu Fotos
Dieses Foto von Kannawaen wurde von TripAdvisor zur Verfügung gestellt



Tokio Wars: Episode I

Und wieder beginne ich einen Blogpost mit: "Hab ich eigentlich schon von Tokio erzählt?". 
Ich hab nämlich mal gerade so bemerkt, dass ich darüber immer noch nix geschrieben hab. Grundsätzlich kann sowas ja an zwei Dingen liegen: Man hat es schlicht vergessen oder es war einem nicht wichtig genug. Höchstwahrscheinlich ist in meinem Fall so eine Art Nudelsalat mit Katenwurst dieser beiden Dinge anzunehmen. Klar war Tokio ne super geile Erfahrung und ich (alle folgenden "Ich", sind bitte durch den geneigten Leser stets durch das "Wir", consisting of Erik und mir zu ersetzen) hab mich zuerst sehr gefreut und dann auch mächtig gestaunt, aber teils verströmte Tokio auch wieder in etwa den Charme eines spannenden Sonntagmittags in einer Vorort-Idylle nahe Castrop-Rauxels. Warum? Dazu kommen wir noch... Fotos mögen wie immer rechts unter Bildgebendes eingesehen werden (bald unter Nr. 5).

Also noch mal zum Anfang gespult: Freitag, 07.10 ging es gegen späten Nachmittag ab zum Flughafen im herrlich warmen Fukuoka, um mit der für japanische Verhältnisse unschlagbar günstigen Linie Sky in Richtung Tokio abzuheben. 5 Tage in der, rechnet man die Vororte der Metropolregion mit, größten Stadt der Welt lagen vor uns. Nach einer kurzen Überblicksphase im schier endlos wirkenden System aus Tokioer U-Bahnen, Monorails und anderen schienengeführten Fahrzeugen, fanden wir dann doch noch unseren Weg zum Hotel, der uns (ohne Fußweg) gerade mal eine knappe Stunde gekostet hat. Zum Vergleich muss man, wenn man z.B. vom Westen der Stadt (hier ist wirklich nur die 9 Mio. fassende City innerhalb der Stadtgrenzen gemeint) irgendwo hin in den Osten fahren will, 1) keine Mauer oder Grenzkontrollen, wie an sonst üblichen West-Ost-Stadt(mauer)grenzen üblich, passieren und 2) eine gemütliche 2,5 Stunden dauernde Fahrt einrechnen.
Da wir uns entschieden hatten, mit allem Gepäck doch noch ein bisschen zu Fuß Tokio zu erkunden (man könnte auch sagen, wir sind falsch ausgestiegen), dauerte der abschließende Fußmarsch zum Hotel dann nur noch eine weitere Stunde. Diese war dafür unter anderem gezeichnet von zu viel Hunger, unzähligen verdammt großen Gebäuden, die nicht nur unseren kleineren Mitstreitern Krämpfe im Nacken bescherten, sowie der Beschau einiger lustig anmutender Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen... denn wer hat nicht schon immer von einem Job geträumt, bei dem man in einer schneidigen Uniform, vollgepappt mit bunten Blinklichtern, eine im gleichen Takt blinkende, sage und schreibe 5m lange Baustelle regungslos die ganze Nacht bewachen darf. Dann erstmal reinkommen ins Hotel, runterkommen und wieder hochkommen, was einem durchaus sehr gemütlichen Hotelzimmer schwerer war, als es klingt. Aber Hunger treibt einen bekanntlich zum äußersten. Also ab auf Nahrungssuche und der erste "Schock": Wo sind eigentlich diese vielen Menschen, von denen alle immer reden? Jedenfalls nicht eine Station vor Roppongi, dem als niemals schlafend geltenden Vergnügungsviertel Tokios. Große Verwunderung also beim Zwei-Mann-(Essen-)Jagdtrupp! Mit der letzten verkehrenden Bahn (wir reden hier von 23:46 Uhr) schafften wir es aber dann doch noch in eine der scheinbar gut versteckten menschenbefüllteren Bereiche dieser verqueren Stadt... Roppongi... war ja nur eine Station weiter.
Nach vielem Anschauen, Essen und einem verdienten ersten Tokio-Bier (respektive Tokio-Milch-mit-Honig) fällten wir ein erstes Urteil über den ersten von uns gesehen Teil Tokios: chicki, ausländisch geprägt, etwas rauhbeinig, bunt (nichts neues in Japan) und gesäumt von vielen dunkelhäutigen (wahrscheinlich auch mit dunklen Absichten auftretenden), aber sehr freundlichen Straßen"schreiern", die einem wahlweise oder alles zusammen einen Clubbesuch, den Besuch einer etwas "anderen" und möglicherweise auch teureren Lokalität, sowie natürlich ständig den Konsum diverser Substanzen andrehen wollten. Wir lehnten immerfort höflich dankend ab und schauten lieber weiter dem Treiben auf eigene, nicht-guide-geführte Faust zu. Eine ausnahmslos nur durch uns am Leben gehaltene Arcadehalle und eine Taxitour später waren wir wieder in Shinjuku und damit unserem Hotel, welches direkt gegenüber dem herrlich gruseligen, aber mit wohlklingenden Namen "Kaiserlicher Park Shinjoku" ausgestatteten Park lag, welcher aber um diese U(h)rzeit nur noch von Obdachlosen in ihren teils wahrlich luxuriös ausgestatteten Zelten bewohnt war. Schlaf war anschließend dringend nötig, denn einige Tage lagen noch vor uns. Also auf in den Samstag...

Episode II coming soon to your theatre near you

Tuesday, 1 November 2011

Ein Blick auf die japanische Gesellschaft (betrachtet gemäß DIN 1422)

VORWORT

Im Folgenden werde ich in mehreren Teilen versuchen, dem geneigten Leser die Kultur in Japan und die Art und Weise des Umgangs der Menschen näher zu beleuchten, damit man ungefähr einen Einblick bekommt, auf was für einen Wahnsinn (positiv wie negativ) man hier so täglich treffen kann.


TEIL I - Sprache

Sching, Schang, Schong... so oder so ähnlich stellt der gemeine Westeuropäer (der aus dem Osten aber wahrscheinlich ganz genauso) wohl meist die japanische Sprache vor und hat damit gar nicht mal so unrecht: Mit dem Aussteigen aus dem Flugzeug in Fukuoka begann es, dass man plötzlich nur noch tschi, cha und vergleichbare Laute vernehmen konnte und ich versichere, dass man absolut rein gar nicht davon auch nur in einen annähernden Zusammenhang mit den uns bekannten Sprachen bringen konnte. Dazu muss vorneweg gesagt werden, dass ich ein absoluter Anfänger, was Japanisch angeht, war und mich demnach auch direkt in der Japanese Beginner Class (von uns glorreichen sieben... mittlerweile acht... auch gerne liebevoll Japanese Loosers gennant) wiederfand. Den Einstufungstest am Anfang des Semester habe ich daher lieber gleich nach zwei Minuten abgegeben, da mir die ganzen Zeichen und Schriftarten ohnehin eher wie ein griechisches Rezept für süß-sauren Hamel in Kuhmilch mit reichlich Sauerkraut vorkam.
Japanisch an sich, also der gesprochene Teil, ist gar nicht mal soo verdammt schwer, wie man es sich vorher vielleicht folgenreich ausgemalt hatte. Klar, Vokabeln sind nich mein Ding und neue Schriftzeichen machen einem ohne jeden Anhaltspunkt, wie man die sich merken könnte, erst mal gehörig zu schaffen, aber prinzipiell ist das Japanische bisher vergleichsweise simpel. Zumindest die Grammatik... sobald es bei mir ans Sprechen geht, wird es schwer zu einer normalen Konversation zu kommen, da ich eben wir gesagt sehr schlecht (man könnte fast schon sagen: faul) im Vokabellernen bin und auch die Konstruktion eines korrekten japanischen Satzes bei mir ein bisschen dauert. Nun kommt es aber eben beim sprechen nicht so kool, wenn man für jeden Satz 10-20 Sekunden braucht (also gemessen vom Verstehen der Frage des Gegenüber, hin zum Übersetzen dergleichen, das Ausdenken der Antwort, das Übersetzen der Antwort und das Aussprechen dieser). Viele schwenken daher recht schnell auf Englisch um, was dem Lernen natürlich nicht gerade förderlich ist... ich vergass: sofern sie denn Englisch können; denn hallelujah ex-zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde, dein Patriotismus und übersteigerter Nationalismus (dazu später mehr) haben dafür gesorgt, dass der moderne Japaner, so er denn nicht im Ausland studiert/gearbeitet/whatever hat, ungefähr das Englischniveau eines deutschen 7-8-Klasse Schülers hat. Ein Besuchstag in der Deutsch-Klasse hat übrigens noch tiefere Abgründe aufgeworfen: Da wird mit Schwachmaten Büchern von 1986 stumpf drauflos übersetzt (Zitat: "Die Keime waren überall am Körper des Kranken.", "Er sitzt ständig über den Büchern."), deutsche Prosa statt mal nen einfaches Kinderbuch gelesen und am Ende wunderte ich mich deshalb auch nicht, warum einem eine Japanerin nach einem scheinbar nicht sehr fruchtbaren 3-jährigen Deutschstudium nicht mal alle Zahlen bis 15 fehlerfrei entgegenbringen konnte: Japan, setzen, 6... schäm dich!

Aber weniger vom Englischen und Deutschen, mehr vom Japanischen: Im Japanischen gibt es sehr genau und nicht weniger als drei verschiedene Alphabete, die komplett anders funktionieren, als unsere lateinische Schriftart. Da wäre zunächst das von jedem Neu-Japaner obligatorisch zu lernende und immens wichtige Alphabet der Hiragana (ひらがな... wer jetzt nur irgendwelche Kästchen sehen kann, hat wahrscheinlich keine asiatischen Schriftarten auf seinem PC/Mac installiert und wir demnach weniger Spaß am lesen haben). Hiragana sind eine Form der Lautschrift und prinzipiell könnte man alles im Japanischen komplett damit ausdrücken, was natürlich praktischerweise keiner macht, weil es viel koolere (und kompliziertere) Schriftzeichen dafür gibt...

Saturday, 22 October 2011

Things I'm gonna miss (1)

  • ちゅうとろ - Chūtoro
  • アロエ & ぶどう - Aloe & White Grape
  • カルピスソーダ - Calpis Soda

Chūtoro:

Wer Sushi mag und dabei gerne Nigiri isst (hier isst so gut wie niemand Maki) UND auch noch Thunfisch mag, der sollte sich Chūtoro (ちゅうとろ) nicht entgehen lassen. Normalerweise kennen wir Thunfisch Nigiri als tiefrot, glänzendes Stück, welches hier Maguro (まぐろ), bzw. Meji (めじ) heißt und die zweitbilligste Form des Thunfischnigiris ist. Chūtoro in der Form, wie ich ihn hier ständig in mich rein stopfe, habe ich zuhause noch nie gesehen, was zum einem am Preis und zum anderen an der Schwierigkeit liegen könnte, in Deutschland an richtig guten, frischen Thunfisch ran zu kommen. Anyway, Chūtoro ist ein sehr viel fetteres Stück vom Bauchfleisch des Blauflossenthuns und von der Qualitätsstufe in etwa auf dem Mittelrang einzustufen. Die besten und fettesten Teile des Thuns heißen toro (とろ) und können schon mal 10€ pro Nigiri kosten, schmecken mir aber persönlich nicht so gut wie Chūtoro (heißt so viel wie mittelfett... schätze ich mal). Solche Stücken sehen auch anders aus, als wir das so kennen, denn sie sind leicht rosa milchig farben, manchmal marmoriert, manchmal einfach gänzlich trüb. Es zergeht einem förmlich auf der Zunge und schmeckt dabei aber noch herrlich nach Thunfisch... ganz im Gegenteil zu toro Stücken, die für mich irgendwie nur noch nach Fett mit einem Hauch Thunfisch schmecken. Wenn wir hier Sushi essen gehen, dann bestelle ich fast nur noch diese kleinen traumhaften Fischpralinen und schiesse dabei regelmäßig über das angepeilte Preislimit hinaus... aber das ist es definitiv wert. Wenn ihr also irgendwo mal Chūtoro auf der Karte seht, bestellt es. Ihr werdet nie wieder normalen Maguro essen wollen! I like!

Aloe & White Grape:



Ein Drink hier, den man an jeder Straßenecke in einem der 8.365.734 Getränkeautomaten Japans bekommt und der im Prinzip aus Traubensaft besteht (glaube/hoffe ich), in dem kleine Aloe Vera Stückchen schwimmen. Im ersten Moment komisch, beim trinken eine Art glitschiges Etwas im Mund zu haben, aber es schmeckt einfach super! Wer es kann, probieren! I like!





Calpis Soda:



Auch ein Drink, aber etwas seltener zu bekommen, insbesondere die Soda Variante. Calpis an sich ist eine Art Joghurt (das Etikett sagt fermentierte Milch... was für mich aber so ziemlich Joghurt gleichkommt) mit nem Haufen Enzymen und was weiß ich noch alles. Vermischt mit Wasser ergibt das eine trübe, weiße, aber nicht dickflüssige Brühe, die saugeil, wie ein Joghurteis bei uns schmeckt. Und wenn man die Soda Version bekommt, dann entsprechend wie ein Joghurteis mit Kohlensäure zum trinken. Lecker! I like!

Thursday, 6 October 2011

Tokio, here we go

Morgen gehts nach good old Tokio und ich bin mächtig aufgeregt... 4 Tage Erlebnisurlaub stehen bevor!
Fotos und Erfahrungsberichte werden natürlich umgehend (heißt mit einem großzügigen Zeitabstand) hier der breiten Masse zugänglich gemacht.

Man darf also, genauso wie ich, gespannt sein...

Friday, 23 September 2011

Gelegentliche Gedanken über [bitte einsetzen] im engeren Sinne

Hab ich eigentlich schon von Kyoto erzählt, und von Tokio? Nein? Na dann.... bei einem handelt es sich lediglich um den Plan, beim anderen um die vielfältigen gesammelten Eindrücke und Erfahrungen. Zu dem, was sich schneller erzählen lässt: Wir gehen am 07. Oktober 2011 nach good old Tokio und bleiben da bis zum 11., was damit nach Adam Riese und Eva Zwerg (bei der ich immer noch bezweifle, dass es sie je gegeben hat) genau 4 Nächte und 4 Tage sind, da wir am Freitag noch にほんご (sprich Nihongo... also Japanisch) machen müssen und daher den Flug irgendwann gegen 18 Uhr nehmen. Scheiße, bin ich schon aufgeregt, das wir der Wahnsinn! Ist wie damals, als man klein war und sich auf den viel zu seltenen (aber daher wahrscheinlich auch immer so aufregenden) Besuch im Vergnügungspark gefreut hat... Ich für mich persönlich, freue mich übrigens noch heute auf solcherlei Besuche! Ach ja... 'wir' heißt in dem Fall, dass ganz genau Erik und ich fliegen, denn alle anderen haben sich entweder aus Geldmangel abgemeldet (das sind die, um die es schade ist, denn wir hatten die Aspiranten sorgsam ausgewählt), dann die, die sich aber irgendwie nicht so recht entscheiden konnten, weil es da ja noch so anderes schönes geben könnte (ich mag es übrigens ganz und gar nicht, nur eine Option zu sein!) und natürlich die, die was vermeintlich wichtigeres vor haben. Ich könnte mir jetzt natürlich den Vorwurf der Hochnässigkeit ankreiden lassen, weil ich mit dem Gesagten impliziere, dass es vermeintlich wichtigeres als Tokio ja scheinbar gar nicht geben könnte. Ja und im Prinzip isses ja auch so und ich werde auch diesen Vorwurf, so er denn mal aufkommt, überleben. Müssen Erik und ich weniger abstimmen, was wir machen und müssen unser Interesse nur durch zwei teilen.

Apropos teilen: ich teile nicht gern, nichts und niemanden... neeee stimmt ja voll gar nicht, es gibt nur weniges was ich nicht gern teile und das weiß denke ich auch jeder, der mich näher kennt. Gesellschaft von Menschen, die ehrlich, interessant, aufrecht, straight und ohne große Umwege sind, dabei aber trotzdem noch Faszination ausüben können, teile ich besonders gern. Und das kann man hier eigentlich recht gut! Nicht immer trifft man dabei wirklich die Menschen, die den ersten Bewertungen nach diesen Kriterien lange standhalten, von manchen aber wiederum hatte man es vorher gar nicht erwartet. Und so wandelt sich also mein gesamtes Menschenumfeld ein wenig im Moment, dafür aber beständig. Ich beschreibe es gerne mit einer Welle, es geht bergauf und bergab und bergauf, aber immer gerade aus. Und wenn man Surfer ist und das richtige Brett hat, dann bleibt man ja eh immer oben auf der Welle. Aber ich bin ja eh mehr so der Wakeboarder. Anyway, der Wandel der Menschen um mich herum mit anzusehen, ist ungemein spannend und so sehr viel mehr lehrreich, als es einem je ein Psychologie-, Soziologie- oder whatever Lehrbuch sein könnte. Hier werden Personen unterschiedlichster Alters- und Sozialstruktur aus aller Herren Länder mit ihrer jeweils eigenen kulturellen Vorstellung vom Leben aufeinander losgelassen. Manch einem mag das gar nicht so besonders vorkommen, weil er es meint, von zuhause zu kennen oder der andere mag das eigentlich überhaupt so gar nicht spannend finden... ich finde es ungeheuerlich interessant. Und auch das banale, teils doch frustrierend anmutende Verhältnis von Mann und Frau, die manchmal sogar einfacher Weise beide aus vertrauten Gefilden kommen, kann man hier interkulturellen (Stör-)Einflüssen unterliegend beobachten.

Aber zurück zu Kyoto: Die Fotos können hier eingesehen werden, falls sie jemand bei Facebook noch nicht gesehen hat oder gar nicht erst den Kreislauf der sozialen Netzwerke mitmacht. Was gibt es zu Kyoto zu sagen? Schöne, alte Stadt mit vielen schönen Verbindungselementen aus alter traditionsreicher Zeit und neuen, modernen Ideen. Jedoch keine Stadt, die mich sofort gefesselt hat... dafür wird alles für Touristen und höchstwahrscheinlich auch besonders für uns がいこくじん (Gaikokujin, quasi uns Ausländern) doch etwas zu sehr hergerichtet. Macht dadurch kaum weniger Spaß, sich alles anzusehen, aber doch fehlt einem irgendwie der tiefere Blick, der Blick hinter den Vorhang, das Aussehen des Tierparks abseits der Wege, der Gesang einer Robyn auf dem Weg nach Hause, wenn der letzte Zuhörer den Club verlassen hat... na ich denke, man kann in etwa sehen, worauf ich hinaus will. Aber ich denke so ein bisschen auf Touri machen, das ist Jedem mal erlaubt und schick isset ja wirklich mitten in der Stadt einfach mal durch eine unheimlich friedlich anmutende buddhistische Tempelanlage zu laufen und kurz mal in sich zu gehen, um darüber zu sinieren, wie irre kool es doch wäre, jetzt hier Mönch zu sein und einfach mal nach den einfachsten Grundregeln des Lebens dahin zu existieren... dann steigt man mit ner Cola in der Hand aber doch lieber wieder in seinen klimatisierten Bus und wird zum nächsten sorgsam vorbereiteten und unheimlich leckeren Hotelabendessen kutschiert. Aber ne tolle Vorstellung war es für kurz...

Monday, 19 September 2011

nice

Heute ist ein guter Tag, auch wenn es regnet... Und sehr viel mehr muss man dazu auch eigentlich nicht sagen, außer vielleicht diesen Klassiker hinten anzufügen: Wenn meine Frau sagt, 'is was?' Dann mach ich das, dann ess ich was!

Saturday, 17 September 2011

Nächtliches Gebabbel

Ich bin hungrig und ein bisschen schlecht gelaunt, was aber -in unterschiedlichen Zeiträumen gesehen- lediglich als temporär bezeichnet werden darf. Eigentlich weiß ich deshalb auch gar nicht, was ich gerade schreiben will.
Vielleicht sollte man in so einer Situation lieber gar nichts schreiben... ich hab da mal drüber nachgedacht: Erinnert man sich z.B. an das letzte Mal als man hungrig einkaufen war, dann hat man garantiert sehr viel Mist eingekauft und sich am Ende (vielleicht als man dann endlich was gegessen hatte) geärgert, warum man so viel Geld für ein bisschen Leckerei ausgegeben hat. Gleiches passiert scheinbar, wenn der Umgang der Menschen miteinander von Tag zu Tag anders ausfällt.... hinterher ärgert man sich, warum man es nicht so oder so gemacht hat. Probiert man es dann, sieht die Welt am nächsten Tag aber schon wieder verkehrt herum aus; oder auch wieder ganz richtig, aber genau wissen scheint man es nicht zu können.
Unser Verhalten scheint so stark von äußeren Umgebungsvariablen, unseren inneren Gefühlszuständen und der entsprechenden Situation abzuhängen, dass ich mich als alter fast-Behaviorist öfters mal frage, wo jetzt eigentlich genau mein eigener, auf Vernunft basierender Wille bleibt und wo meine Gedanken eigentlich in mein Handeln einfließen? Oder hat die Willkür, gesteuert durch unsere biologischen Programme nun vollends die Kontrolle übernommen? Und was zur Hölle haben eigentlich die Morlocks, Warnschilder an Kinderspielplätzen und viel zu durchgebratenes Steak damit zu tun....

Vielleicht weiß er die Antwort:

Wie sagte ein bekannter Mann einst in Stoibers Nachtgedanken auf einer der wenigen großen, wenn auch trotz alledem platten Comedysendung, die noch vor dem kompletten NiveauErdrutsch rund um die sektenartigen Anhänger Mario Barths und Cindy aus Marzahn produziert wurde: Denken sie da mal.... drüber nach!

Tuesday, 13 September 2011

Stille? nix da

Im Moment gibt meine Gesamtsituation nicht viel Zeit fürs bloggen her, zumal ich auch nicht nur irgendwelches dünnes Zeug von mir geben will, sondern natürlich entsprechend meiner Persönlichkeit den Anspruch an mich selbst habe, mein Publikum zu unterhalten, zu bilden und zum Nachdenken anzuregen. Joa, so kann ich das denke mal stehen lassen...
Aber dit muss alles noch nen Augenblick warten, bis sich meine zeitliche Lage in hoffentlich spätestens einer Woche wieder entspannt hat. Der Kyoto Field Trip letztes Wochenende war zwar sehr geil (dazu später in der Sendung mehr), hat mir aber arbeitstechnisch eher nen Bärendienst erwiesen. Anyway... 

Wie eines der Idole aus meiner Kinderzeit immer zu sagen pflegte, wenn sich seine für mich immer wieder unvergessliche halbe Stunde dem Ende entgegenneigte: Und jetzt Kinder... abschalten!


Sunday, 4 September 2011

Es war einmal...


Hallo und kon-nichi-wa liebe Leute,

dass in Japan ja alles ein bisschen anders ist, das hat der ein oder andere ja zumeist schon mal irgendwo gehört, gelesen oder wie bei Pastewka in Japan gesehen… und ja, es stimmt: Hier heißt die bekannte Rasurartikelmanufaktur Wilkinson einfach schlicht „Schick“, Pachinko-Hallen sind wirklich so laut, wie man es sich kaum vorstellen kann und an den Ampeln gibt es bei grünem Licht immer eine andere schöne Melodie aus den ampeleigenen Lautsprechern vorgespielt.

Die ersten Tage sind nun um, ich bin gut angekommen, Jetlag gabs auch kaum, dafür gleich volles Rahmenprogramm mit den hier im I-House (wie International-House) zuständigen Adviser’n. Das sind die freiwilligen armen Schweine von Studenten, die hier neben den ganzen Amis, Australiern, Engländern, Finnen etc. und nun zum ersten Mal auch Deutschen wohnen und all die Johnnys in die entsprechenden Bahnen lenken. Sind alle schwer in Ordnung, können auch einigermaßen Englisch, so dass das mit der Verständigung auch eigentlich immer hinhaut. Wie ich herausgefunden habe, wollen die eher am legeren Lebensstil orientierten japanischen Studenten wohl alle ins I-House, weil die Regeln hier… na sagen wir es mal so… etwas weniger hart gehandhabt werden. 24:00 zurück sein bedeutet demnach, dass es keinen interessiert, wann man zurück ist, sondern dass ab dann der Portier einfach seine Gardinen zumacht und fertig. Niceee! Ach ja, zum vollen Programm… das bestand - wie sollte es anders sein - aus allem was nicht-akademisch ist, also Ramen essen gehen (das sind die bekannten und hier allseits beliebten Schnell-Nudeln), Besuche der großen Shopping Center, die Verkostung von japanischem Bier natürlich und ausladenden Gesprächen über teils Themen, von denen einige hier besser nicht angesprochen werden sollten. Ach ja und nebenbei noch Karaoke, Baseball im Stadium schaun, ganz viel Strand und Baden sowie einigen Clubbesuchen… Alles top also!

Ich bin scheinbar einer der wenigen Ultra-Anfänger hier, die meisten können schon recht gut Japanisch, aber hey… ich bin hier wegen Japan, nicht wegen dem Japanisch! Aktuell sind wir 7 Leute im Kurs Japanese Beginner (von uns liebevoll Japanese Loosers genannt) und einige haben schon mal den Finger auf dem japanischen Puls gehabt, können also zumindest schon Hiragana lesen. So z.B. auch Virginie, ein nettes Mäddel aus Frankreich, deren Name aber keiner so richtig korrekt aussprechen kann, weshalb wir sie in Vicki umgetauft haben. Pat aus Kanada, Tex aus Texas (war ja klar) und Daniel, der Bilderbuch-Ami, sind alle genauso komplette Nullen in Japanisch wie ich. Außerdem wurde uns gesagt, dass die Professorin für Japanese Beginner Jo-san eh die koolste sein soll. Alles richtig gemacht, sag ich mir da! Jetzt können wir uns aber zumindest schon mal vorstellen und sagen wo wir herkommen, haken tut es -wie sollte es anders sein- noch beim Fragen nach dem Klo oder dem Bestellen von einer neuen Runde. Auch wenn ich diese äußerst essentiellen Dinge persönlich weiter nach vorne im Unterrichts-schedule gepackt hätte, wird es langsam…

Das mit dem kool sein der Lehrerin hat sich übrigens dann nach der ersten Woche schnell verflüchtigt, denn die Gute peitscht uns arme Seelen durch das Genki I Lehrbuch, dass man glaubt, man würde ab sofort sein Leben nach den Japanisch Stunden ausrichten müssen. Und genau so macht man es dann auch. Die letzten Tage haben daher selten vor 2 Uhr geendet und das nicht, weil wir mal wieder bei Taifunwarnungen am Strand oder bis in die Puppen Karaoke singen waren. Aber alles pegelt sich irgendwie ein, die gesamte Welt strebt schließlich immer nach dem Gleichgewicht… oder der maximalen Entropie… jetzt muss ich herausfinden, wonach meine die nächste Zeit streben wird!